Die Fakultät Verkehrswissenschaften zeichnet mit Jennifer Seidel und Leonard Krapf zwei Studierende des Masterstudiengangs Bahnsystemingenieurwesen als Firmenstipendiat:innen der DB InfraGO aus.

Die Fakultät Verkehrswissenschaften kann sich auch in diesem Jahr über engagierten Nachwuchs freuen: Mit Jennifer Seidel und Leonard Krapf wurden zwei Studierende des Masterstudiengangs Bahnsystemingenieurwesen als Firmenstipendiat:innen der DB InfraGO ausgezeichnet. Im Rahmen der Förderung erhalten die Masterstudierenden nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch frühzeitig Einblicke in die Praxis sowie die Möglichkeit, wertvolle Kontakte in die Branche zu knüpfen.

Faszination für ein komplexes System

Leonard Krapf beschäftigt sich schon in der Kindheit intensiv mit Modelleisenbahnen und entwickelte früh ein technisches Verständnis für deren Steuerung. Neben seinem Bachelorstudium in Physik an der Universität Bayreuth entwirft er detailgetreue Nachbildungen realer Bahnstrecken im Zugsimulator und engagiert sich ehrenamtlich, etwa bei der Amberger Kaolinbahn und im Oberpfälzer Industrie- und Lokalbahnmuseum. Im Interview beschreibt er die Faszination aus heutiger Perspektive so: „Mich begeistert die Vernetzung im System und wie viel dahintersteckt, was man als Fahrgast zunächst gar nicht sieht.“

Jennifer Seidel teilt diese Begeisterung für die Komplexität des Bahnsystems: „Mich begeistert daran, dass Verkehrsleistungen einfach existieren; dass ich ohne groß nachzudenken an eine Bahnstation gehen kann und ein Verkehrsmittel kommt, das mich ans Ziel bringt. Was im Hintergrund alles passieren muss, damit das funktioniert, finde ich besonders spannend“, beschreibt Jennifer Seidel die Motivation für ihre Studienwahl. Zuvor hat sie ein Bachelorstudium im Studiengang Management mit Schwerpunkt Verkehrswirtschaft an der Westsächsischen Hochschule Zwickau absolviert.

Unterstützung für den Studienerfolg

Das Firmenstipendium bedeutet für beide nicht nur eine finanzielle Entlastung, sondern auch eine wichtige Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen.

Jennifer Seidel hat in der Vergangenheit bereits einige berufliche Erfahrungen sammeln können. So hat sie beispielsweise Praktika bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, der Deutschen Bahn sowie der City-Bahn Chemnitz absolviert. Sie betont: „Für mich ist das Stipendium Anerkennung und Unterstützung zugleich. Es gibt mir die Möglichkeit, mich voll und ganz auf mein Studium zu konzentrieren, ohne mir ständig Sorgen um finanzielle Aspekte machen zu müssen.“

Leonard Krapf hebt besonders den Praxisbezug als Vorzug des Stipendiums hervor: „Ich bekomme Einblicke ins Unternehmen und kann früh Kontakte knüpfen. Gleichzeitig hilft mir die finanzielle Unterstützung, mich stärker auf das Studium zu fokussieren.“

Klare Ziele für die Zukunft des Bahnsystems

Mit Blick auf ihre berufliche Zukunft haben beide Stipendiat:innen bereits konkrete Vorstellungen und Ideen zur Verbesserung des Bahnsystems. Jennifer Seidel sieht sich vor allem im operativen Bereich des Bahnbetriebs: „Ich würde gern in der Betriebsplanung und auch in der Ausführung arbeiten – also nicht nur am PC, sondern nah am Betrieb. Ich möchte die Prozesse aktiv mitgestalten. Viele sehen nur die Verspätung, aber nicht die komplexen Hintergründe. Mehr Transparenz würde helfen, das System besser zu verstehen.“

Leonard Krapf interessiert sich besonders für die Infrastrukturplanung und die Weiterentwicklung des Systems. Seine langjährige Auseinandersetzung mit realen Strecken, Betriebsabläufen und technischen Details prägt dabei auch seine Perspektive auf aktuelle Herausforderungen im Bahnsektor: „Es gibt viele kleine und große Maßnahmen, mit denen man das System stabiler machen und weitere Kapazität schaffen kann, um mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen.“

Originalautor

Lisa Dreßler/ Red. bearb.

Hintergrund: Nachwuchsförderung für die Mobilität von morgen

Mit der Vergabe der Firmenstipendien unterstreicht die Fakultät Verkehrswissenschaften die Bedeutung der gezielten Förderung engagierter Studierender sowie die enge Vernetzung mit ihren Partnereinrichtungen. Die Firmenstipendien werden an leistungsstarke Masterstudierende für den Zeitraum von 24 Monaten vergeben und sind mit 750,00 € monatlich dotiert.

Es gibt viele kleine und große Maßnahmen, mit denen man das System stabiler machen und weitere Kapazität schaffen kann, um mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen.

Leonard Krapf