Abschlusspräsentation in Luxemburg: Studierende der TUD haben im Rahmen eines Beratungsprojekts mit der Europäischen Investitionsbank den Schienenregionalverkehr in Deutschland analysiert.

Ein Team aus 6 Studierenden der TUD machte sich im März 2023 auf den Weg nach Luxemburg. Dort stand der krönende Abschluss eines Projektes an: Die Studierenden hatten im Wintersemester 2022/23 an einem sogenannten Capstone-Projekt in Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) gearbeitet. In Luxemburg präsentierte das 6-köpfige Team die Ergebnisse ihrer Arbeit. Das Thema: „Deutscher Schienenregionalverkehr – Zwischen Hoffnung und Scheitern“.

Capstone-Projekte: so fördert die EIB engagierte Studierende

Wie kann Förderung der Hochschulbildung und Forschung aussehen? Die Europäische Investitionsbank gibt mit ihren Capstone-Projekten eine Antwort: Teams aus 4 bis 6 Master Studierenden erhalten ein Thema, das für die EIB von besonderer Relevanz ist. Ein Semester lang arbeitet die Gruppe mit Betreuung durch die EIB an ihrem Projekt. Das Finale bilden die Abschlusspräsentationen - dazu lädt die EIB nach Luxemburg ein.

Das Team der TU Dresden bestand aus Studierenden der VWL, BWL, Internationale Beziehungen und der Verkehrswirtschaft..

Der Schienenregionalverkehr in Deutschland – eine Analyse

Verspätete Züge, überfüllte Abteile und defekte Toiletten – die Kritik am Schienenverkehr wird in Deutschland immer lauter. Woran fehlt es und wie könnte der regionale Schienenverkehr besser laufen? Damit befasste sich das Team der TUD in ihrem Projekt. Mit Fokus auf den Regionalverkehr nahmen die Studierenden eine Bestandsaufnahme vor. Die Beurteilung des Gesamtzustands des deutschen Schienenregionalverkehrs fiel aktuell recht positiv aus – der Zustand sei gut. Allerdings stehe der Schienenregionalverkehr einigen Herausforderungen gegenüber.

Zu den Schwierigkeiten zählen laut dem Capstone-Team der demographische Wandel, Folgen der Covid-19 Pandemie und die Infrastruktur. Außerdem sei der Wettbewerbsdruck durch andere Transportmittel eine Herausforderung für den Schienenregionalverkehr. Nicht nur der Preis müsse überzeugen, damit sich mehr Menschen gegen das Auto und für die Bahn entscheiden. Wichtige Faktoren seien u.a. auch die Fahrtdauer, Sauberkeit und die Auslastung des Zuges bzw. der Bahn. Eine weitere Schwierigkeit im Schienenverkehr sei es, das nötige Personal zu rekrutieren. Schlussendlich betonen die Studierenden in ihrer Arbeit, dass die Politik und ihre Agenda eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Schienenregionalverkehrs spielen.

Der Blick in die Zukunft

Neben der Analyse des Status quo präsentierten die Studierenden auch verschiedene Zukunftsszenarien und skizzierten eine erwartbare Entwicklung des Schienenregionalverkehrs bis 2030. Hierbei fiel die Beurteilung weniger positiv aus, denn es fehle an bahnbrechenden Veränderungen, so das junge Team. Einige Ziele im Schienenregionalverkehr würden verfehlt, denn die finanziellen Hürden sind groß und der Zustand der Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Die Arbeitsbedingungen, Gehälter und die Bedingungen der Finanzierung müssen dringend verbessert werden, damit der Schienenverkehr wettbewerbsstärker und attraktiver werden könne.

Das TUD-Team überzeugte mit Ihrer Arbeit zum Schienenregionalverkehr beim Treffen in Luxemburg. Für das kommende Wintersemester 2023/24 ist ein weiteres Capstone Projekt der TUD mit der EIB geplant, berichten Prof. Leßmann und Prof. Hirte, die Verantwortlichen seitens der TUD.

Originalautor

Mareike Suckow

Wikipedia

Kontakt TUD

Prof. Dr. habil. Georg Hirte
Professor am Institut für Wirtschaft und Verkehr
Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“, TU Dresden
Mail: georg.hirte@tu-dresden.de

Prof. Christian Leßmann
Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften, TU Dresden
Mail: Christian.lessmann@tu-dresden.de

Kontakt EIB

Henning Schmidt
Verkehrsökonom an der EIB, Mobility Department