Dr. Andy Obermeyer, Verkehrswissenschaftler an der TU Dresden, analysiert, ob und welchen Einfluss kleine Einzelreisezeitgewinne auf den allgemeinen Reisezeitwert und damit auf die Wirtschaftlichkeit von Verkehrsprojekten haben.

Reisezeiteinsparungen sind regelmäßig die dominierende Nutzenkomponente in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von Verkehrsprojekten, insbesondere im Straßenverkehr. Dementsprechend bedeutsam ist der in den Untersuchungen genutzte Umrechnungsfaktor von Zeit zu Geld, der sogenannte Zeitwert. Ein spezifisches Problem stellt hierbei die Monetarisierung kleiner Einzelreisezeitgewinne dar. Dies sind Zeiteinsparungen von nur wenigen Sekunden oder Minuten auf einer einzelnen Fahrt einer Person. Für diese kleinen Zeitreduktionen besteht Unsicherheit über ihre nutzenstiftende Wirkung und damit den zu verwendenden Zeitwert.

Diese Problematik ist Gegenstand einer aktuellen Publikation der Dresdner Verkehrswissenschaften in der Zeitschrift für Verkehrswissenschaft. In dem Beitrag greift Dr. rer. pol. Andy Obermeyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Volkswirt­schaftslehre, insb. Verkehrspolitik und Raumwirtschaft der TU Dresden die zahlreichen Argumente für und gegen eine Sonderbehandlung kleiner Einzelreisezeitgewinne auf. Er präsentiert eine Darstellung der Diskussionspunkte, die aufzeigt, unter welchen Bedingungen eine gesonderte Behandlung kleiner Einzelreisezeitgewinne in Nutzen-Kosten-Analysen zulässig ist. Außerdem wird dargestellt, wie in verschiedenen Ländern, unter anderem in Deutschland, kleine Einzelreiszeitgewinne bei der Bewertung von Verkehrsprojekten berücksichtigt werden.

Publikation

Andy Obermeyer (2021): Kleine Einzelreisezeitgewinne in Nutzen-Kosten-Analysen von Verkehrsprojekten, Zeitschrift für Verkehrswissenschaft (ZfV), 91(2), 61–80.

Dr. rer. pol. Andy Obermeyer